Rhonda
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Schnell, sehr schnell, hatte man Rhonda ins Herz geschlossen, kaum dass 2014 ihr Debütalbum „Raw Love“ erschienen war. Mit gewaltiger Lässigkeit und einer irrsinnigen Nonchalance spielte sich das Quintett um die Sängerin Milo Milone direkt in die Herzen der Musikfans. Northern-Soul-Lads , Soulpunks aber auch Popfans gleichermaßen waren infiziert! Und so avancierte „Raw Love“ zu einem der Geheimtipps 2014 – über alle Szenen und Genres hinweg.

Für Milo Milone und ihre vier Mitstreiter – Gitarrist Ben Schadow, Bassist Jan Fabricius, Organist Offer Stock und Schlagzeuger Gunnar Riedel – waren die letzten zwei Jahre ein wilder Ritt. Erst erschien „Raw Love“, gefolgt von ausgiebigstem Touren und so fast nebenbei wurde Milo dann auch noch Mutter: „Situationen und Geschichten, die wir in diesen 2 Jahren erlebt haben, spiegeln sich im neuen Album „WIRE“ ganz besonders wieder.“ Ein Song wie ‚Off The Track’, der schon jetzt das Potential Soul-Floorfiller 2017 sein Eigen nennt, trägt eine andere Handschrift als etwa ‚Something Good‘, der erst ganz spät während der Albumaufnahmen entstand und auf den letzten Drücker noch schnell aufgenommen wurde. Was sie alle eint: Ihre jeweilige Entstehung und Werdung fühlte sich für die Band extrem natürlich an.

Nicht anders verhält es sich – nur als ein Beispiel – mit dem einzigen Song des Albums, der nicht aus ihrer eigenen Feder stammt: Der unter Insidern schon immer gefeierte, sonst weithin eher unbekannte The Nerves-Klassiker ‚When You Find Out’, ein Song der irgendwo zwischen den Punkanfängen in Amerika und Power Pop schwebt. Er steht damit sinnbildlich auch für die Entwicklung, die Rhonda vom ersten zum zweiten Album vorgenommen haben, wie Milo sagt: „Seit wir diese Band gegründet haben, ist passiert, was halt passiert ist: Man hat sich getroffen, Songs geschrieben, sie aufgenommen – und das alles in recht kurzer Zeit. Jetzt hatten wir erstmals den schönen Luxus, genauer zu überlegen, wo man eigentlich hin will. Und dass man als Band viele weitere Seiten und Nuancen in sich trägt als nur den Wunsch, kleine schmutzige Soulsongs zu machen.“

Eine zweifellos unmittelbar ins Ohr springende Entwicklung und Bereicherung ist der gezielte Einsatz eines echten Orchesters – und zwar niemand Geringeres als das Filmorchester Babelsberg, mit dem sie im November 2015 eine ausverkaufte Show spielten. Danach war für alle klar, dass es bei dieser Einmaligkeit der Zusammenarbeit aufgrund gegenseitiger Begeisterung nicht bleiben darf.

Ob mit oder ohne Orchester vereinen und begeistern Rhonda bei ihren Konzerten mehrere Generationen und unterschiedlichste Musikliebhaber und auch die Studioaufnahmen beweisen vor allem eine absolute Zielgruppen- und Zeitlosigkeit. Es geht bei allem nur um den Song, seine Aufrichtigkeit und die jederzeit transzendente Verlässlichkeit und Nachvollziehbarkeit seiner endgültigen Struktur, Abmischung und arrangierten Glaubwürdigkeit.

„Die zweite Platte ist tiefer, man kennt sich als Band noch viel besser und ist über die gemeinsamen Abenteuer eng zusammen gewachsen“, sinniert Milo abschließend. „Was uns viel mehr Freiraum gibt – und zwar nicht nur, um ausgeklügelter, größer, meinetwegen auch polierter zu klingen, sondern andererseits auch, um subtilere Seiten in uns auszuformulieren. Etwa dieses Düstere und Sphärische oder auch diese die ganze Band beflügelnde Filmliebe, die in uns wohnt. Das sind Sachen, die bislang nie so richtig rauskamen, außer in den Live-Momenten. Es war schön, das alles jetzt mal gezielter auszuformulieren.“ Nicht konzipiert, aber gern durchdacht: Das war der Anspruch, den die Band bei den Aufnahmen verfolgte.

Rhonda legen mit „Wire“ also ein zweites Album vor, das den ungezwungenen Gedanken ihrer ursprünglichen Entstehung mit viel Verve und Seele niederschreibt.

Die unglaubliche gefühlvolle und ausdrucksstarke, mit einem einzigartigen Vibrato gekrönte Stimme Milones ist das Markenzeichen. Zusammen mit dieser coolen, pointierten Band, die diesen warmen und zurückgelegten Sound spielt, wird daraus das Klangrezept für Rhonda.